An der Porta Nigra, dem Wahrzeichen der Stadt Trier, begann unsere Führung durch eine der ältesten Städte Deutschlands. Vor über 2000 Jahren wurde Augusta Treverorum von den Römern gegründet. Dieses Alter ist abzulesen an den Eichenpfählen, auf denen die historische Römerbrücke gebaut wurde. Die Porta Nigra, die „schwarze Pforte“ war ein Tor in der Stadtmauer. Die Schwarzfärbung der Steine rührt vom manganhaltigen Gestein. Durch Witterungseinflüsse tritt das Mangan aus und verursacht die charakteristische schwarze Farbe. Innerhalb von 18 Monaten wurde das mächtige Gebäude einst errichtet, völlig ohne Mörtel. Die Steine wurden passgenau aufeinandergelegt und mit Eisenklammern stabilisiert. Nach der Römerzeit wurde eine Kirche daraus gemacht und es ist Napoleon zu verdanken, dass der Bau wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde.
Vorbei am 3-Königen-Haus mit seinen romanischen und gotischen Fensterbögen wanderten wir zum Hauptmarkt mit dem mächtigen Marktkreuz und dem Petrusbrunnen. Der heilige Petrus ist der Schutzpatron von Trier; er findet sich auch im Wappen der Stadt. Besonders beeindruckend am Hauptmarkt ist die Bürgerkirche St. Gangolf, eines der Wahrzeichen der Stadt. Im 16. Jahrhundert war der Turm der Gangolfskirche höher als der Dom. Dies wollte der damalige Erzbischof nicht hinnehmen und ließ daher einen der Domtürme so erhöhen, dass er die Bürgerkirche um einige Meter überragte.
Unweit der Kirche steht die zinnengeschmückte Steipe (im Trierer Dialekt bedeutet das: Stütze), das älteste Trierer Gemeindehaus mit wechselvoller Geschichte. Vorbei an der Liebfrauenkirche erreichten wir die Konstantinbasilika. Sie ist Teil des UNESCO-Welterbes „Römische Denkmale Dom St. Peter und Liebfrauenkirche in Trier“, und wird heute als evangelische Kirche genutzt. Sie ist das größte Bauwerk aus der Römerzeit: Im riesigen Innenraum hätte die Porta Nigra zweimal Platz! Zum Abschluss zeigte uns der Stadtführer noch das kurfürstliche Palais, die ehemalige Residenz der Fürstbischöfe von Trier. Das Palais ist im Renaissance- und Rokokostil erbaut und steht teilweise auf der Grundfläche der Konstantinbasilika. Durch die herrliche Parkanlage wanderten wir noch kurz hinüber zu den Kaiserthermen und erholten uns dann in einem schönen Cafe.
Am Nachmittag stand eine ausführliche Führung durch den Dom auf dem Programm. An den Außenmauern ist noch deutlich zu erkennen, dass die Kirche auf römischen Grundmauern erbaut wurde. Die Hohe Domkirche St. Peter zu Trier ist die älteste Bischofskirche Deutschlands. Die von Kaiser Konstantin errichtete Basilika wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert und in verschiedenen Stilen umgebaut. In der Heiligtumskapelle wird der Heilige Rock aufbewahrt. Er soll Fragmente der Tunika Jesu enthalten. Unsere historisch sehr gebildete Führerin zeigte uns viele interessante Details im Innern der Kirche. In der Mitte des 20. Jahrhunderts zeigte sich, dass durch Spannungen im Mauerwerk Risse entstanden waren und der Dom einzustürzen drohte. Mit Stahlträgern und Stahlseilen wurde das Gebäude stabilisiert und ähnelt jetzt gewissermaßen einem „Rollbraten“ (Originalton unserer Domführerin!).
Trier ist auf jeden Fall eine Reise wert, gerne hätten wir noch einige Stunden in dieser wunderschönen Stadt verbracht!



